An die Bürgerinnen und Bürger
des Heidekreises Soltau-Fallingbostel
Warum ist die Entscheidung des Kreistages richtig?
Es gibt keinen Zweifel darüber, dass das Bürgerbegehren rechtlich abgesichert und im Rahmen der demokratischen Möglichkeiten ein gültiges und anzuwendendes Verfahren ist.
Entscheidungen sollten allerdings nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden und zwar von den dafür zuständigen Gremien, die demokratisch gewählt und mit Verantwortung ausgestattet sind. Der Kreistag ist ein Gremium, das diesen Kriterien verpflichtet ist. Gerade eine wichtige strukturpolitische Entscheidung, wie die Neuausrichtung unserer Krankenhäuser beinhaltet Leistungsangebote der Daseinsvorsorge, die zum Wohle der gesamten Kreisbevölkerung entschieden werden müssen. Sie beeinflussen die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises.
Die Entscheidung zur Strukturierung unserer Kliniken ist eine Entscheidung, die wesentliche Auswirkungen auf die zukünftige Krankenhausversorgung hat.
Die Verdener-Achimer Aller-Weser-Klinik hat im Jahr 2010 ein Defizit von 5 Mio € eingefahren. Unsere ganze Sorge gilt dem Fortbestand und der Leistungsfähigkeit unserer Krankenhäuser.
Deshalb haben wir mit dem Vorschlag C, den der Gutachter als „die … optimale Lösung…“ bezeichnet, die Grundlage für ein wirtschaftlich und medizinisch vernünftiges Modell geschaffen. Es ist leider so, dass an den beiden Standorten Soltau und Walsrode nicht alle Abteilungen vorgehalten werden können.
Mit der gefundenen Entscheidung gibt es zwei Spezialkliniken, die neben der Grund- und Regelversorgung erkennbar sind und die auch zukünftig bestehen können. Die an der Kinderklinik aufgehängte Diskussion wird dem tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht. Das alles kann nicht isoliert von komplexen Sachverhalten gesehen werden. Uns muss es darum gehen für möglichst viele Behandlungsbereiche ein Angebot für die Bewohner unseres Landkreises vorzuhalten und zwar auf einem hohen Leistungsniveau. Das ist mit dem Zielbild C besser als mit dem Zielbild D gewährleistet.
Wir sind dafür gewählt worden, gerade bei Entscheidungen, die einen wirtschaftlichen und einen strukturpolitischen Hintergrund haben, dem Gesamtinteresse zum Erfolg zu verhelfen, das muss letztendlich auch unser gemeinsames Interesse sein.
Wir sind als Entscheidungsträger verpflichtet, dem vernüftigstem, dem wirtschaftlichstem und dem medizinisch-strategisch bestem Vorschlag zum Erfolg verhelfen. Das ist mit dem Vorschlag C geschehen
Ihr
Hermann Norden
CDU Fraktionsvorsitzender im Kreistag
Heidekreis-Klinikum – Wie soll es werden?
Im Vorfeld der Kreistagsentscheidung vom 28.01.2011 wurde das Thema der Neustrukturierung des Heidekreis-Klinikums sehr umfänglich diskutiert, in den entsprechenden Gremien behandelt und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Vergleich direkt gegenüber standen sich letztlich, nachdem die anfänglichen Zielbilder A + B erneut auf den Prüfstand gestellt wurden, die sog. Zielbilder C + D.
Die Empfehlung des Instituts für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH aus Bremen (BAB) schließt mit der Favorisierung des Zielbildes D unter dem Hinweis, dass dieses Zielbild die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung und eine bessere numerische Gleichwertigkeit der beiden Häuser des Heidekreis-Klinikums in Walsrode und Soltau enthalte.
Allerdings wurde in dem Gutachten und in den Vorträgen durch das BAB nicht verhehlt, dass das Zielbild C die wirtschaftlichere und aus medizinisch-strategischer Sicht die optimale Variante sei. In der Variante C fallen ca. 1,5 Mio € geringere Investitionen an. Diese Variante ist außerdem um mind. 500 T€ / jährl. wirtschaftlicher als die Variante D.
Der Kreistag vermochte in seiner Sitzung vom 28.01.2011 der Empfehlung von BAB nicht zu folgen und entschied sich aus den o.g. Gründen mehrheitlich für das Zielbild C.
Auf Geheiß des Kreistages hat am gleichen Tage die Gesellschafterversammlung des Heidekreis-Klinikums für das Zielbild C zur Umsetzung gestimmt.
So sieht es dann aus:
Regel- und Grundversorgung an beiden Standorten,
in Soltau und Walsrode (incl. Gynäkologie, Geburtshilfe und Dialyse), Medizinische Versorgungszentren (MVZ) an beiden Häusern
Schwerpunktbehandlung für die ganze Region in Soltau:
Herz-Kreislauferkrankungen, Links-Herz-Kathederplatz, Schlaganfallerkrankungen, Diabetes (Stoffwechselerkrankungen),Geriatrie (Altersmedizin bzw. –heilkunde), Neurologie
Schwerpunktbehandlung für die ganze Region in Walsrode:
Viszeralchirugie(Darm- und Magenerkrankungen), Palliativstation(Behandlung von Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit), Onkologie, Kinderheilkunde, Psychiatrie, Belegabteilungen
Das Zielbild C hat aus medizinisch-strategischer Sicht deutliche Vorteile:
- Ein abgestimmtes medizinisches Leistungsgeschehen mit günstigen Voraussetzungen für eine interdisziplinäre Therapie, z. B. im Bereich der Onkologie und bei der Zertifizierung als Darmzentrum, diese Vernetzung ist deutlich stärker im Zielbild C ausgeprägt, was eine bessere Voraussetzung für eine interdisziplinäre Behandlung darstellt. Interdisziplinäre Fallbesprechungen sind einfacher zu organisieren.
- Die Kardiologie und Traumatologie/Orthopädie haben eine hohe Vernetzung zur Herz- und Gefäßmedizin, zur Neurologie, Diabetologie und Geriatrie. Mit dem Zielbild C werden diese Vernetzungen insbesondere aus medizinstrategischer und -struktureller Sicht optimal erreicht.
- Die Variante D wäre um rund 1,5 Mio. € teurer bei den Investitionen.
- Zielbild D hat ergebnisschmälernde Komponenten: Kardiologe Soltau 150 T€, Transporte und Doppelvorhaltungen 100 T€, Risiken (BG, HNO-Kinder) 100 T€, AFA und Zins 150 T€.
- Der Umsatz (inkl. Psychiatrie) sind im Zielbild C in beiden Häusern in etwa gleich: Soltau 28,2 Mio €und Walsrode 26,1 Mio €
- Die Plan-Betten sind gleich: Soltau 197 und Walsrode 196
- Die räumliche Nähe zu Mediclin(Soltau) ermöglicht notwendige Kooperation für die Neurologie am Standort Soltau
- Die Kardiologie mit LHK, Stroke, Gefäßchirurgie und Geriatrie in Soltau wird zum Herz-Kreislaufzentrum ausgebaut
- Die Viszeralchirugie (operative Behandlung der Bauchorgane, also des gesamten Verdauungstraktes) und die Gastroenterologie (Diagnostik und Therapie des Magen-/Darmtraktes) in Walsrode werden zum Bauch-/Darmzentrum ausgebaut

